#9 complex simple
Zwischen KI, TikTok und virtuellen Sets
Wie sieht die Zukunft des Filmemachens aus? Einige Antworten darauf gab es auf der Creators Conference 2026 in München. Rund 400 Gäste, 40 Speakerinnen und Speaker und 15 Panels diskutierten über die Entwicklungen, die die Branche gerade verändern – von KI über lineare Programmstrategien bis hin zu Social-Media-Formaten.
Ein Beispiel: Micro-Dramen. Die Mini-Soaps für vertikale Screens sind der neue Trend im Streaming. Kurze, serielle Geschichten, die vor allem auf Plattformen wie TikTok oder Instagram funktionieren. Ein Prinzip, das sich für viele Formate weiterdenken lässt – denn gute Geschichten brauchen nicht zwingend 90 Minuten, um Wirkung zu entfalten.
Ein weiteres zentrales Thema war der aktuelle Stand des Filmemachens mit KI. Studios zeigten, wie weit KI-generierte Darstellerinnen und Darsteller, virtuelle Produktionen und neue Workflows inzwischen sind. Gleichzeitig wurde deutlich: Der Mythos vom KI-Film auf Knopfdruck hält der Realität nicht stand. Hinter KI-gestützten Produktionen stecken nach wie vor ein großes Team aus kreativen Köpfen, unzählige Iterationen, präzise Prompts und viel Erfahrung. KI verändert Prozesse – ersetzt sie aber nicht.
Spannend war auch der Blick auf Virtual Production. Produktionen wie Gute Zeiten, schlechte Zeiten testen bereits, wie sich reale Drehorte mithilfe von 3D-Scans, LED-Wänden, Greenscreen-Technik und KI ins Studio verlagern lassen. Das schafft neue Freiheiten bei Planung, Wetter und Logistik, ohne auf filmische Qualität verzichten zu müssen.
Unser Fazit der Konferenz: KI ist längst Teil der Filmbranche und wird Produktionsprozesse weiter verändern. Doch beeindruckende Ergebnisse entstehen nicht durch einen einzelnen Prompt, sondern durch das Zusammenspiel von Technologie, Kreativität und handwerklichem Know-how. Darin liegt die Zukunft des Filmemachens.
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