#11 quote of the month

31. August 2026

“Mit Worten ordnen wir die Welt.”
Wolf Schneider (1925-2022)

Ein Satz, der ziemlich gut zu uns passt.
Und einer, der von einem Mann stammt, der sich ein Leben lang mit nichts anderem beschäftigt hat: Wolf Schneider.

Schneider war vieles: Journalist, Autor, Verlagsleiter, Korrespondent, Chefredakteur, Fernsehmoderator - “Sprachpapst”. Vor allem aber war er ein Mann, der Sprache ernst nahm. Als Lehrer an der Hamburger Journalistenschule brachte er ĂĽber 16 Jahre hinweg Journalist den „Schliff“ bei. Rund 30 SachbĂĽcher hat er geschrieben und sich dabei immer wieder fĂĽr das eingesetzt, was fĂĽr ihn einen guten Text ausmacht: wenige Worte, konkrete Bilder.

„Mit Worten ordnen wir die Welt.“

Wir mögen diesen Satz. Denn viele von uns bei macondo sind ausgebildete Journalistinnen und Journalisten. Wir recherchieren, fragen nach, schreiben, kürzen, formulieren um und suchen so lange nach dem richtigen Satz, bis er genau das sagt, was er sagen soll.

Aber Worte helfen nicht nur dabei, anderen etwas zu erklären.
Manchmal helfen sie auch dabei, sich selbst etwas zu erklären.

Denn wer versucht, einen Gedanken aufzuschreiben, muss ihn ein Stück weit sortieren. Was beschäftigt mich eigentlich? Was davon ist wirklich wichtig? Und was fühlt sich gerade nur deshalb so groß an, weil alles gleichzeitig durch den Kopf rauscht?

Das nächste Mal, wenn sich die Welt vielleicht ein bisschen zu viel anfühlt: Schreib ein paar Gedanken auf. Ohne Anspruch auf einen guten Text. Ohne Pointe. Ohne dass es jemand lesen muss.

Einfach Worte aufs Papier. Vielleicht wird die Welt dadurch nicht sofort einfacher. Aber ein bisschen geordneter.

Und manchmal ist das schon ziemlich viel.


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