#10 context matters
Interview: Zwischen Energiewende und Dorfkonflikt
Wie verändert Windenergie das Leben der Menschen auf dem Land?
FĂĽr die neue Folge “Windenergie: Chance oder Belastung?” von “Land in Sicht” im Rahmen von “WISO die Dokus” hat das macondo Team Gemeinden besucht, in denen Windenergie Hoffnung weckt – und andere spaltet.
Im Interview erzählt Redakteurin Sophie, was sie bei den Dreharbeiten besonders bewegt hat.
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Ăśber Land in Sicht:
Land in Sicht ist das Reportageformat von ZDF/WISO Die Dokus über die Themen, die den ländlichen Raum bewegen. Für jede Folge reist das macondo Team dorthin, wo Veränderungen unmittelbar spürbar sind – und spricht mit den Menschen, die sie erleben.
Ob Energiewende, Landwirtschaft oder Dorfleben: Im Mittelpunkt stehen persönliche Geschichten, unterschiedliche Perspektiven und die Frage, was diese Entwicklungen für das Leben auf dem Land bedeuten.
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Warum habt ihr euch in dieser Folge dem Thema Windenergie gewidmet?
Generell versuchen wir fĂĽr unser Format “Land in Sicht” immer Themen zu finden, von denen wir glauben, dass sie den ländlichen Raum bewegen. DafĂĽr sprechen wir mit den Menschen vor Ort und schauen, welche Themen sie umtreiben.
Gerade Windenergie ist im ländlichen Raum – der diese tragen muss, denn in Städten gibt es kaum Möglichkeiten, Windkraftanlagen zu bauen – ein sehr umstrittenes Thema. Unser Ansatz ist immer, den Menschen auf dem Land eine Stimme zu geben.
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Viele haben eine klare Meinung zum Thema Windenergie. Was hat euch bei der Recherche ĂĽberrascht?
Überraschend war für mich die Präsenz des Themas Windenergie. Als Städterin nimmt man das Thema ganz anders wahr.
Aber wie könnte es nicht präsent sein? Die Windkraftanlagen übersieht man im ländlichen Raum selten. Auch die extremen Stimmungsunterschiede haben mich überrascht. Geht man in eine Gemeinde, in der viele Menschen an einem Windprojekt beteiligt sind, spürt man, dass die Menschen mitgenommen werden und das Projekt dadurch befürwortet wird. Landet man jedoch in einer Gemeinde, in der das Thema umstritten ist, weil beispielsweise Waldflächen für den Bau von Windkraftanlagen weichen sollen, merkt man, dass die Stimmung eine ganz andere ist. Überraschend schön ist jedoch immer, dass die Menschen teilen möchten, was sie bedrückt.
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Was war fĂĽr dich die spannendste Erkenntnis aus den Dreharbeiten?
Gelernt habe ich aus den bisherigen Dreharbeiten zu “Land in Sicht”, was Menschen bewegen kann – und das aus reinem Glauben und Idealismus heraus. Unsere Protagonistinnen und Protagonisten stehen vor schwierigen Entscheidungen, die ihr Leben definitiv beeinflussen werden. Sei es der Hof, also das Erbe der Eltern, der ĂĽbernommen wird – oder eben nicht. Sei es die Eigeninitiative zu sagen: Wir bauen hier selbst einen Windpark auf. Ich hatte noch keine Dreharbeiten zu Land in Sicht, bei denen mir nicht der Gedanke gekommen ist: Krass, was du hier machst.
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Welche Arbeit steckt eigentlich hinter so einer Folge Land in Sicht?
Viel Arbeit. Es fängt mit der Themenfindung an. Da haben wir die großartige Redaktion von WISO an unserer Seite, die gemeinsam mit uns schaut, welche Themen das Land aktuell bewegen. Viele Themen ergeben sich auch vor Ort, während wir mit den Menschen ins Gespräch kommen. Hat man sich für ein Thema entschieden, geht es in die Recherche. Welche Regionen sind von dem Thema besonders betroffen? Was gibt es für Zahlen dazu?
Man macht sich auf die Suche nach Protagonistinnen und Protagonisten und gleichzeitig fragt man alle möglichen Ämter oder Expertinnen und Experten an, um einen wissenschaftlich fundierten Hintergrund aufzubauen. Das kostet mit am meisten Zeit. Man ist eigentlich die ganze Zeit am Recherchieren und Telefonieren. Und hat dann irgendwann – hoffentlich – eine Person gefunden, die betroffen ist und die ihre persönliche Geschichte zu dem Thema erzählen möchte.
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Was hoffst du, nehmen die Zuschauer aus dieser Folge mit?
Ich hoffe generell Zuschauerinnen und Zuschauer nehmen mit, dass es eben nicht immer nur den städtischen Blick auf Geschehnisse gibt. Der ist im Fernsehen nämlich meist stärker repräsentiert. Und dass sie merken, dass wir versuchen ein Sprachrohr für Themen zu sein, die den ländlichen Raum beschäftigen. Wir schaffen den Rahmen für die Folgen, aber die Themen und Probleme werden von Betroffenen selbst erzählt.
Aus dieser Folge speziell erhoffe ich mir, dass die Menschen merken, dass es nicht immer nur “gut oder böse, schwarz oder weiĂź, hop oder top” gibt. Sondern, dass ein Thema wie Winderenergie unglaublich facettenreich ist. Und die Gefahr birgt Gemeinden zu spalten.
Auch deswegen wünsche ich mir persönlich sehr, dass alle sich die Worte von unserer Protagonistin Theresa zu Herzen nehmen.
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Interessiert, was Protagonistin Theresa zur Windenergie zu sagen hat?
Dann schau dir die Folge bei zdf.de an:
https://www.zdf.de/play/dokus/wiso-die-doku-100/land-in-sicht-windenergie-chance-oder-belastung-100
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